Theorie und Praxis traditioneller iranischer Musik
Semester
Art der Veranstaltung
Lehrende(r)
Studienbereich(e)
Leistungsnachweis(e)
Ort(e)
Schillerhof, Orangerie
Wochentag(e) und Uhrzeit(en)
Freitag, 20.11.2026, 14-18 Uhr,
Samstag, 21.11.2026, 09-13 Uhr und 14-18 Uhr,
Sonntag, 22.11.2026, 10-14 Uhr,
Freitag, 11.12.2026, 14-18 Uhr,
Samstag, 12.12.2026, 09-13 Uhr und 14-18 Uhr,
Sonntag, 13.12.2026, 10-14 Uhr.
Das Seminar wird von Dr. des Davoud Tavousi geleitet und von Prof. Dr. Matthias Handschick organisatorisch betreut.
Seminarleistungen im Bereich der Musikwissenschaft werden von Dr. Barbara Neumeier angenommen,
Seminarleistungen im Bereich der Musikpädagogik werden von Matthias Handschick angenommen.
Information
Der Workshop bietet einen praxisorientierten und niedrigschwelligen Zugang zur traditionellen iranischen Musik. Verteilt auf zwei Wochenenden werden zunächst historische, kulturwissenschaftliche und musiktheoretische Grundlagen dieser Musik erarbeitet, bevor am zweiten Wochenende stiltypische Musikstücke und Gruppenimprovisationen unter fachkundiger Anleitung praktisch erarbeitet werden. Basierend auf dem Integrative Approach to Improvisation Education (IAIE) transformiert das Seminar die Improvisation von einer exklusiven künstlerischen Disziplin in einen empirisch fundierten, beziehungsorientierten Lernprozess. Dabei wird musikalisches Material nicht als neutrales Beiwerk, sondern als aktiver pädagogischer Agent begriffen. Die zentrale pädagogische Leitidee lautet „Freiheit durch Struktur“. Der Workshop nutzt das modale Dastgāh-System der klassischen iranischen Musik als strukturellen Ankerpunkt (macro-Point of Departure). Die Arbeit mit diesem völlig unvertrauten, aber kohärenten Material löst eine intensive affektive Bindung bei den Lernenden aus. Bewusste musikalische Desorientierung wirkt pädagogisch hochgradig produktiv: Sie bricht gewohnte Hörmuster, ästhetische Annahmen und automatisierte Routinen auf. So lernen Teilnehmende, ihre Komfortzone zu verlassen – die wichtigste Voraussetzung für authentischen, kreativen Selbstausdruck. Wer durch das fremde Material an Grenzen stößt, erlebt unweigerlich Momente der musikalischen Unsicherheit, des Zögerns oder des Kontrollverlusts (sogenannte Breakdowns). Genau hier entsteht echte Handlungskompetenz, denn reflexive Bearbeitung von Desorientierung ist eine Grundvoraussetzung, um deklaratives Wissen in eine verkörperte künstlerische Handlungskompetenz (embodied artistic agency) zu transformieren
Die Lehrveranstaltung richtet sich explizit an eine Teilnehmende mit sehr unterschiedlichen musikalischen Voraussetzungen – von Personen mit instrumentaler Vorerfahrung bis hin zu musikalischen Anfänger:innen. Instrumentale Fertigkeiten werden nicht vorausgesetzt.
CP
Anrechenbar für
Die Anrechenbarkeit ist Verhandlungssache mit der jeweiligen Studiengangsleitung.
Bemerkungen
Je nach Interesse können einzelne Teile des Workshops besucht werden. Die Anerkennung als Seminar erfordert die vollständige Teilnahme an beiden Wochenenden.
Veranstaltungsmethode
Max. Anzahl Teilnehmer*innen
20
Informationen zum Anmeldeverfahren
Anmeldung via E-Mail (m.handschick@hfm.saarland.de)