Was ist schön und warum? Offenes Diskussionsseminar von Stundierenden für Studierende
Semester
Art der Veranstaltung
Lehrende(r)
Studienbereich(e)
Leistungsnachweis(e)
Ort(e)
Trierer STraße 2-4
Wochentag(e) und Uhrzeit(en)
Mittwoch, 10.15 Uhr - 11.45 Uhr.
Jakü Suermann
Information
Was findest du eigentlich „schön“ an konkreten Musikstücken, an einem Musikstil im Allgemeinen oder an nichtmusikalischen Dingen? Und welche gesellschaftlichen Schönheitskonzepte liegen dahinter? In welchem gesellschaftlichen Kontext stehen diese Schönheitskonzepte und wie interagieren sie mit vorhandenen Machtstrukturen? Wie lassen sie sich aufbrechen? Wie sieht eine künstlerische Auseinandersetzung damit aus? Was ist überhaupt Kunst und wer entscheidet darüber, was als Kunst gilt?
Das Diskussionsseminar möchte in erster Linie einen Raum öffnen, um diese und verwandte Fragen zu diskutieren. Dabei sind alle Perspektiven willkommen, denn es wird keine abschließenden Antworten geben, sondern nur den Versuch, sich der Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern.
Zu Beginn lesen wir verschiedene kurze Texte aus den Bereichen der Soziologie, Anthropologie und philosophischen Ästhetik, um Betrachtungsweisen darauf kennenzulernen und besser zu verstehen, welche Rolle Ästhetik in gesellschaftlichem Kontext spielt.
Im weiteren Verlauf beschäftigen wir uns jede Woche mit einer neuen Diskussionsfrage, von der aus wir diskutieren. Gesetzt sind eine Auseinandersetzung mit Ästhetik des 18./19. Jahrhunderts, die den klassischen Musikkanon prägt, und Kritik daran aus queerer, dekolonialer und behinderter Perspektive.
Ansonsten stellen wir im Laufe der Zeit fest, was genau uns weitergehend interessiert, oder ihr bringt Fragestellungen mit, die euch beschäftigen.
Zum Ende des Semesters soll noch Raum sein, darüber zu sprechen, ob und inwiefern die Thematik Auswirkungen auf unsere eigene musikalische/künstlerische Praxis haben kann/soll.
Das Seminar möchte einen möglichst sicheren Raum schaffen, um über eine Thematik zu diskutieren, zu der im professionellen Musikkontext Normen existieren, über die sich nicht zuletzt auch die Musikhochschule als Institution legitimiert und mit denen starke Privilegien und Machtgefälle einhergehen können. Da wir diese Normen hinterfragen wollen, soll das Seminar ohne Anwesenheit von Lehrpersonen der Hochschule stattfinden. Das Seminar versteht sich in seiner Organisation zudem als frei gestaltbar durch die Bedürfnisse der anwesenden Personen.
Anrechenbar für
Hausarbeiten, die in den Bereichen Musikpädagogik oder Musikwissenschaft anrechenbar sind, werden von Matthias Handschick odr Jörg Abbing nach vorheriger Rückspache entgegengenommen.
Bemerkungen
Literaturempfehlungen:
Michaele Ott/Babacar Mbaye Diop (Eds.): Decolonial Aesthetics I. Tangled Humanism in the Afro-European Context (2023)
Ausstellungskatalog des Belvedere Museum, Wien: Radikal! Künstlerinnen* und Moderne 1910-1950 (2024)
Laure M. Hiendl: Queer Composition: Subversive Strategies in Western Classical Music (2021)
Tobin Siebers : Disability Aesthetics (2010)
Andreas Reckwitz: Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der bürgerlichen Moderne bis zur Postmoderne (2020)
Reckwitz/Prinz/Schäfer (Eds.): Ästhetik und Gesellschaft (2015)
Veranstaltungsmethode
Max. Anzahl Teilnehmer*innen
Keine Begrenzung