Gesangsstudierende der HfM Saar treten im April und Mai 2026 in saarländischen Klassenzimmern auf.
Die Produktion von Thierry Tidrows mobiler Oper "Kirsas Musik" entstand im Rahmen der gemeinsamen Musiktheaterakademie der HfM Saar und des Saarländischen Staatstheaters und ist schon gleich bei den ersten Vorstellungen ein großer Erfolg. "Das Stück funktioniert sehr gut", berichtet Jack Morin nach seinem ersten Auftritt in der Rolle des Kirsas. "Zu Beginn waren die Kinder noch unruhig, dann aber sehr fokussiert." Für ihn und seine Komilliton*innen sei die Mitwirkung an der Oper "eine sehr gute Erfahrung", zumal das Publikum in den Klassenzimmern quasi direkt neben der "Bühne" sitzt und die Kinder einbezogen werden.
Insgesamt sechs Gesangsstudierende sind dabei, denn die drei Rollen sind doppelt besetzt, sodass abwechselnd ein Trio auftritt: Kirsa singen und spielen Jack Morin und Leander Denzer (Bariton), als Mara treten Myriam Clement und Paula Jorks (Sopran) auf, Tara wird von Yvonne Dureder und Teresa Mertz-Echauri (Mezzosopran) dargestellt.
"Es macht großen Spaß, mit so jungen, motivierten und engagierten Sängerinnen und Sängern zu arbeiten, die sich auf dieses doch sehr besondere Stück einlassen", sagt Fabian Sichert, der für die Inszenierung verantwortlich zeichnet. Alle Studierenden hätten während der etwa vierwöchigen intensiven Probenzeit "eine tolle Entwicklung gemacht".
Das Ergebnis spricht für sich - etwa bei der Aufführung in der Grundschule Bergstraße in Völklingen, wo am 22. April 2026 eine erste Klasse in den Genuss der Klassenzimmeroper kam. Gebannt verfolgten die Kinder das Geschehen und lauschten dem Gesang von Leander Denzer, Myriam Clement und Teresa Mertz-Echauri, die sie nach einer kurzen Begrüßung durch Theaterpädagogin Maren Röttig mit einem lauten "Kawumm!" ins Klassenzimmer einluden.
Die Geschichte, die in "Kirsas Musik" ohne Instrumente mit einfachsten Requisiten wie einigen Kisten, einem Ball und einer Handpuppe erzählt wird, kommt dem ein oder anderen Kind vermutlich bekannt vor und ist auch für diejenigen zu verstehen, die wenig Deutsch sprechen.
Freunde zu finden kann ganz schön kompliziert sein! Manchmal gelingt es leicht, wie bei Mara und Tara. Die beiden Mädchen sind vom ersten Augenblick an unzertrennlich. Als Kirsa dazukommt, fühlen sie sich von ihm und seiner Art gestört. Sie machen ihm klar, dass sie nichts mit ihm zu tun haben wollen. Verletzt zieht sich Kirsa zurück. Mara ist verunsichert. War es richtig, den Jungen auszuschließen? Wie fühlt es sich an, nicht dazuzugehören? Und was braucht es, um den ersten Schritt zu machen?