77 junge Musikerinnen und Musiker beginnen in diesem Wintersemester ein Studium an der HfM Saar. Rektor Prof. Hans Peter Hofmann ermutigte die neuen Studierenden bei der feierlichen Eröffnung des Semesters dazu, lebendige Mitglieder der Hochschulgemeinschaft zu werden und sich in den Gremien sowie bei künstlerischen Projekten einzubringen. „Nutzen Sie bitte auch die Möglichkeit der Mehrfachqualifikation, die Ihnen im Berufsleben mit Sicherheit sehr dienlich sein kann“, so sein Rat.
Nach einer positiven Zwischenbilanz der Arbeit der neuen Hochschulleitung kam Prof. Hans Peter Hofmann auf die anstehenden Herausforderungen zu sprechen. Die notwendige Akkreditierung der Studiengänge und die überfällige Erhöhung der Honorare für Lehrbeauftragte seien „aus Bordmitteln“ nicht zu stemmen. Hier bedürfe die Hochschule der tatkräftigen Unterstützung des Ministeriums für Bildung und Kultur.

Investitionen in kreative Fächer und Berufe als Wunsch für die Zukunft der Menschheit

Wie immens hoch der gesellschaftliche Wert von Musik und Kunst ist, machte der Rektor der HfM Saar am Ende seiner Rede deutlich. Als „Wahrnehmungsspezialisten“ seien Künstler nach Meinung des Kommunikationstheoretikers Marshall McLuhan „besonders geeignet, verschiedene Blickwinkel einzunehmen und deren Wirkung einzuschätzen“. Daher suche man in der Politik und in Unternehmen immer mehr den Rat von Persönlichkeiten aus kreativen Berufen. „Neurowissenschaftler haben längst bewiesen, wie förderlich Kunst, Musik und besonders das eigene Musizieren für die geistig-intellektuelle Entwicklung von Menschen sind“, so Hofmann. „Die logische Konsequenz daraus, gerade im Kindergarten und in den Grundschulen die kreativen Fächer zu stärken und in die Ausbildung von Menschen in kreative Berufe hinein mehr zu investieren, wünsche ich mir für die Zukunft der Menschheit.“

 

„Die HfM Saar ist eine weltoffene Hochschule“

Jessica Heide, Staatssekretärin für Bildung und Kultur, wandte sich in ihrem Grußwort zuerst an die Erstsemester und gratulierte ihnen zur bestandenen Aufnahmeprüfung. „Damit haben Sie nicht nur Ihre Fähigkeiten und Talente unter Beweis gestellt, sondern auch gezeigt, was Sie für Ihr Studienfach und für ein Studium an der HfM Saar motiviert.“ Die HfM Saar sei am Bundesdurchschnitt gemessen relativ klein. „Doch seien Sie versichert, dass Sie hier gerade durch den familiären Charakter und die kurzen Wege im Saarland bestens betreut und unterstützt werden.“ Trotz oder wegen ihrer Überschaubarkeit sei die HfM Saar eine weltoffene Hochschule, betonte Jessica Heide. „Hier wird Musik als eine universelle Sprache erlebt und gelebt. Diese Sprache lässt Grenzen verschwinden, denn sie verbindet Menschen miteinander und bereichert sie unabhängig von sprachlichen, religiösen oder ethnischen Grenzen“, so die Staatssekretärin.

 

Künstlerisch und menschlich gemeinsam wachsen

Auch Eva Donner, die Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der HfM Saar, hieß die Erstsemester willkommen und lud sie zur Mitarbeit in den studentischen Gremien AStA und Studierendenparlament (StuPa) ein. In ihrer Rede hob sie die Besonderheiten von Musikhochschulen und deren zentrale Aufgabe hervor. Gleichberechtigt müssten sich die Mitglieder der Hochschulgemeinschaft immer wieder trauen, zu fragen: „Für wen machen wir das alles hier eigentlich?“.
Hier wandte sich die AStA-Vorsitzende direkt an die Lehrenden der HfM Saar: „Wir bewundern Sie – nicht nur wegen Ihres Könnens, Ihrer Disziplin und Ihrer Karrieren, sondern auch wegen Ihrer bedingungslosen Liebe zur Musik, zu Ihrem Instrument, zu der Stimme.“ Daran schloss Eva Donner die Bitte an, nicht nur auf Technik, Talent und musikalische Weiterentwicklung zu achten, „sondern auch auf das, was vielleicht nicht immer sofort sichtbar ist – unsere Hemmungen, Ängste, Probleme und individuellen Persönlichkeiten. Jeder von uns hat seinen eigenen Weg, und manchmal braucht es mehr als nur eine zweite Chance. Geben Sie uns – und vor allem den neuen Studierenden – diese Geduld, diese Weitsicht, und lassen Sie uns wissen, dass Sie an uns glauben, auch wenn wir das selbst  vielleicht nicht immer können. Geben Sie uns die Chance, zu wachsen – künstlerisch, menschlich und vor allem gemeinsam mit Ihnen.“

 

Zentrale Aufgabe der Bildung: Erziehung zur Mündigkeit

„Si, si, si. Oder Karl-Heinz Stockhausens Opern-Zyklus ‚Licht‘ und das Opfer des Verstandes“ lautete das Thema des  akademischen Festvortrags von Prof. Dr. Christian Bauer, Rektor der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) Saar. Seine kritischen kulturphilosophischen Ausführungen mündeten in den Appell, den –  auch in der Musik traditionell starken –  Glauben an „Autoritäten“ hinter sich zu lassen. Gerade in Zeiten von Terror, Kriegen und Gewalt sei es Bildungsaufgabe der (künstlerischen) Hochschulen, Individuen zu fördern und ihre Mündigkeit zu stärken.  

Das musikalische Programm der akademischen Feierstunde gestalteten die Saarfagotte unter Leitung und Mitwirkung von Prof. Guilhaume Santana sowie Roots of Jazz, eine der Jazzcombos der HfM Saar.  

 

 

Statistische Angaben zu den Studierenden der HfM Saar im Wintersemester 2024/25

77 Studentinnen und Studenten beginnen in diesem Semester ein Grundstudium oder ein neues Studium, indem sie den Studiengang wechseln oder einen ergänzenden Studiengang belegen. 35 der neuen Studierenden haben sich in  Bachelor-Studiengängen eingeschrieben, 17 haben sich für ein Lehramtsstudium Musik entschieden. Insgesamt sind an der HfM Saar derzeit 524 Studierende immatrikuliert, davon 35 in dem Studiengang „Kulturmanagement“, der in Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (htw) Saar angeboten wird.

In die „Junge Akademie“ der HfM Saar wurden zum Wintersemester zwei neue Mitglieder aufgenommen. Damit haben nun insgesamt zwölf musikalische Nachwuchstalente die Chance, schon während der Schulzeit an der Hochschule für Musik Saar Unterricht nehmen zu können.

Rund die Hälfte der Studentinnen und Studenten der HfM Saar stammt aus Deutschland. Die andere Hälfte der Studierendenschaft bilden junge Menschen aus 39 Ländern der Welt.

HfM Saar

Die Hochschule für Musik (HfM) Saar ist die einzige vollständige Musikhochschule mit Universitätsrang in einer länderübergreifenden Region, die in Deutschland das Saarland und Rheinland Pfalz, in Frankreich die Région Grand Est und die Länder Luxemburg und Belgien umfasst (Großregion).

Kontakt

Hochschule für Musik Saar
Trierer Straße 2-4
66111 Saarbrücken

0681 9673130

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