Souvenirs - Pia Langer

Absolvent*innen der HfM Saar erinnern sich

Beitrag von Pia Langer für die HfM-Serie souvenirs

Ich denke mit viel Freude an eine schöne und lehrreiche Zeit an der Hochschule für Musik Saar zurück und wünsche alles Gute zum 75-jährigen Bestehen.

Während meines Studiums der Instrumentalpädagogik ab 1994 – Hauptfach Klarinette bei Dietrich Fritsche vom SR – erhielt ich wertvolle musikalische und pädagogische Impulse. Ein umfassend gutes Studienangebot gab mir eine bereichernde Weiterbildung für mein Klarinettenspiel und einen breitgefächerten pädagogischen Ansatz.

Gegen Ende meines ersten Studiengangs wurde an der Hochschule Saar ein neuer Aufbaustudiengang „Elementare Musikpädagogik“ unter Leitung von Prof. Michael Dartsch initiiert. Da meine Leidenschaft für die Musikpädagogik in meinem Studium bestätigt wurde, schloss ich diesen Aufbaustudiengang an – noch unwissend, dass dies meine methodischen und didaktischen Ansätze um so Vieles bereichern würde.

Die Aufnahmeprüfung war schon ungewöhnlich, so fand ich mich ein Kinderlied vom „kleinen Hund Fips“ vor dem Gremium singend wieder. Eine Erinnerung, die mir heute noch ein Lächeln hervorruft.

Auch während des Studiums der EMP gab es Lehrinhalte, die uns zu neuen Erfahrungen führten und unsere musikpädagogische Methodik und Didaktik reich erweiterten. Unvergessen bleibt unsere Zirkusvorstellung für Kinder, bei der wir u.a. mit unserem Kurs

„Tanz & Bewegung“ einen Auftritt als grau gekleidete „Robben“ mit Gymnastikbällen hatten. Was bei uns Student/innen im Vorhinein ein wenig Unsicherheit hervorrief, wurde am Ende ein erfolgreiches Projekt, so konnten wir den Kindern einen kindgerechten und freudigen Zugang zu Musik und Bewegung vermitteln. Nicht nur bei diesem Konzertformat waren wir Student/innen dankbar für die öffnenden Impulse der EMP.

Beide Studiengänge an der HfM Saar ermöglichten mir eine fundierte Erweiterung meines musikpädagogisches Wirkens,  was insbesondere  im Hinblick auf meinen beruflichen Werdegang noch besondere Bedeutung erfahren sollte.

Denn nach Abschluss der Studiengänge mündete meine berufliche Laufbahn nahtlos in der Leitung einer Musikschule. Bereits als Vertretungslehrerin für Klarinette an der städtischen Musikschule in Trier tätig, wurde ich – sicherlich auch aufgrund meiner breit gefächerten Studieninhalte – mit nur 29 Jahren Leiterin der Musikschule der Stadt Trier. Aufgrund meines Ausbildung war mir der Ausbau von Elementarangeboten für Kinder, sowie der Ausbau von Ensemble- und Zusatzangeboten – beispielsweise in Form von niedrigschwelligen Angeboten für (erwachsene) Wiedereinsteiger – wichtig. Auch das Kernangebot der Musikschule – bis dato ausschließlich im Bereich „Klassik“ – wurde um die Abteilungen Jazz & Rock und Musical

& Staging erweitert. Hierfür war ein „gedanklicher Wegbereiter“ u.a. Georg Ruby, bei dem ich Jazz-Improvisationsunterricht an der Musikhochschule des Saarlandes genießen durfte.

Inzwischen leite ich die Karl-Berg-Musikschule der Stadt Trier mit 63 angestellten Musiklehrkräfte und Honorarkräften und ca. 1.400 Schüler*innen.

Viele Projekte, Kooperationen mit Verbänden und Kultureinrichtungen obliegen u.a. meinem Aufgabenbereich, ebenso wie die Regionalleitung des Wettbewerbs Jugend musiziert für die Region Trier.

Zur Person


Pia Langer begann im frühen Kindesalter mit einer frühkindlichen Musikausbildung an Orff`schen Instrumenten, es folgte Instrumentalunterricht für Gitarre und Klavier.

Mit 12 Jahren begann sie dann das Klarinettenspiel bei Alfred Bauer – Klarinettist des Philharmonischen Orchesters Trier.

Über mehrere Jahre folgten Erfolge bei Wettbewerben wie Jugend musiziert, bei dem sie erste  Preise  in  den  Kategorien  „Klarinette  solo“  und  „Klarinettenensemble“  erreichen konnte. Ihr Erfahrungsschatz wurde durch die Mitwirkung in verschiedenen symphonischen Jugendorchestern  und  Bläserensembles  erweitert,  was  schließlich  in  der  Mitwirkung  im Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz und Konzertreisen z.B. nach Griechenland mündete. Als Nebenfach erlernte sie das Saxophonspiel und wirkte in verschiedenen Big Bands der Region mit. Als Dirigentin leitete sie seit ihrem 16 Lebensjahr verschiedene Jugendorchester und über 20 Jahre eine eigene Big Band.

Nach dem  Abitur  studierte  sie ab 1994 „Instrumentale  Musikpädagogik“ mit Hauptfach Klarinette bei D.Fritsche (Saarländischer Rundfunk) und Nebenfach Klavier an der Hochschule für Musik Saarbrücken. Im Anschluss folgte der Aufbaustudiengang „Elementare Musikpädagogik“ bei Prof. M. Dartsch.

Nach Abschluss der Studiengänge absolvierte Pia Langer ab 2003 den berufsbegleitenden Lehrgang „Führung und Leitung einer Musikschule“ der Bundesakademie in Trossingen und übernahm zeitgleich die Leitung der städtischen Karl-Berg-Musikschule Trier, die sie bis heute innehat. Neben der Personalführung von 63 Lehrkräften und der pädagogischen Zielsetzung für ca. 1.400 Schülerinnen und Schüler, initiiert sie im Rahmen der Musikschulleitertätigkeit auch verschiedene Großprojekte. So oblag ihr die Projektleitung eines „Internationalen Suzuki-Workshops“ in Trier, die Gesamtleitung des Musicalprojektes

„Fame“, das  mit Jugendlichen im Theater Trier erfolgreich aufgeführt wurde, sowie die Planung und Regie eines „Projektorchesters der Großregion“ mit Schüler/innen verschiedener Musikschulen aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg.

Foto: P. Langer