Souvenirs - Tobias Henn

Absolvent*innen der HfM Saar erinnern sich

Beitrag von Tobias Henn zur HfM-Serie souvenirs

Mein Klavierlehrer hatte mir damals die Hochschule in Saarbrücken empfohlen und so war ich glücklich, dass ich dort die Aufnahmeprüfung bestanden hatte und zum Wintersemester 1996 mein Klavierstudium bei Prof. Kristin Merscher begann. Und auch die Stadt Saarbrücken hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Da es sich um eine kleine Hochschule handelt, hatte man Vorlesungen in kleinen Gruppen und fand so auch schnell Kontakt zu anderen Kommiliton*innen.

Im Studium habe ich sehr schnell gemerkt, dass meine Stärke die Pädagogik ist. Wie gut, dass genau in jener Zeit Prof. Michael Dartsch den Studiengang Elementare Musikpädagogik etablierte. Dies war eine ideale Möglichkeit, um mein Wissen im Bereich der Pädagogik noch weiter zu vertiefen und so begann ich schon ein Jahr später, auch dieses Fach zu studieren.

Aber auch hier zeigte sich, dass mich das Vermitteln von Lerninhalten sehr fasziniert, mir aber auch klar wurde, dass ich nicht mein Leben lang unterrichten möchte. Ein Kommilitone erzählte mir, dass er plant, nach dem Abschluss noch den Aufbaustudiengang Kulturmanagement zu studieren. Diese Idee fand ich auch für meinen Werdegang sehr spannend und so habe ich nach meinen Abschlüssen in Saarbrücken weiter in Hamburg studiert.

Damals war ich mir noch nicht bewusst, dass diese Vielseitigkeit der unterschiedlichen Studiengänge in meinem zukünftigen Berufsleben bis heute sehr förderlich ist. Ich merke immer wieder, dass jedes Studium entscheidend dafür ist, dass ich meinen Berufsalltag als Leiter der Education-Abteilung an der Alten Oper Frankfurt erfüllen kann.

Mein Klavierstudium hilft mir, bei der Entwicklung neuer Konzerte für Kinder musikalische Impulse zu geben. Fast noch wichtiger bei meiner heutigen Tätigkeit sind die Kenntnisse der Elementaren Musikpädagogik. In diesem Studium habe ich gelernt, wie man Inhalte altersgerecht vermitteln kann, wie man Kinder erreicht und man sie für die Musik, die mir selbst sehr wichtig ist, begeistern kann. Für dieses Wissen, das mir heute noch sehr hilft, bin ich meinen ehemaligen Professor*innen sehr dankbar.

Ab und an kommt es vor, dass ich Professor*innen oder Kommiliton*innen aus der damaligen Zeit treffe. Manchmal begegnen mir Studienkolleg*innen, die gerade ein Konzert in unserem Haus spielen. Oder ich treffe bei Kongressen oder Veranstaltungen alte Weggefährten aus Saarbrücken. Dann denke ich an die schöne Studienzeit zurück und freue mich über die Impulse und Anregungen, die ich in den knapp fünf Jahren, die ich in Saarbrücken war, erlernen durfte.

Für die Zukunft wünsche ich der Hochschule für Musik von Herzen alles Gute. Ich hatte das Glück, einen wichtigen Teil meines Lebens an dieser Hochschule verbringen zu dürfen. Und ohne die umfassende Ausbildung in Saarbrücken hätte ich wahrscheinlich nicht die Arbeit gefunden, die ich heute mit Spaß und Begeisterung ausübe.

Zur Person


Tobias Henn, geboren 1973, studierte Musikerziehung Klavier und Elementare Musikpädagogik an der Hochschule für Musik in Saarbrücken sowie Kultur- und Medienmanagement an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Von 2005-2007 arbeitete er bei der Bertelsmann Stiftung als Projektmanager im Projekt „Musikalische Bildung“ und betreute dort musikpädagogische Projekte in Kitas und Grundschulen.

2008 bis Anfang 2012 leitete er das Kinder- und Jugendprogramm der Stiftung Mozarteum Salzburg, wo er das Musikvermittlungsprogramm Ohren auf! entwickelt und etabliert hat. Es beinhaltete mehrere Konzertreihen sowie die Konzeption und Durchführung von Workshops und Projekten für Kinder und Jugendliche. Dort war er auch Projektleiter bei der Erarbeitung der Studie EXCHANGE – Die Kunst, Musik zu vermitteln, die sich mit dem Thema Qualität in der Musikvermittlung auseinandersetzt.

Seit März 2012 ist Tobias Henn an der Alten Oper Frankfurt als Leiter des Musikvermittlungsprogramms PEGASUS tätig. Mit diesem Programm möchte die Alte Oper durch Konzerte zum Mitmachen, Begegnungen mit klassischen und zeitgenössischen Werken, Workshops zur kreativen Auseinandersetzung mit Musik und vielem mehr Kinder und Jugendliche von 0 bis 21 Jahren einladen, Musik zu erleben – mit allen Sinnen.

Zu seinen weiteren Tätigkeiten gehören Vorlesungen an der HfMDK Frankfurt, dem Dr. Hoch’s Konservatorium Frankfurt, der Anton Bruckner Privatuniversität Linz sowie seit 2013 die Jurytätigkeit beim Medienpreis LEOPOLD – Gute Musik für Kinder des Verbandes deutscher Musikschulen.

Foto: © AOF / Achim Reissner