Souvenirs - Myriam Ghani

Absolvent*innen der HfM Saar erinnern sich

Beitrag von Myriam Ghani für die HfM-Serie souvenirs

Nach dem Abitur und dem relativ kurzfristigen Entschluss, Musik zu studieren, habe ich mein Studium an der HfM Saar begonnen, weil ich unbedingt bei Frau Prof. Gaby Pas-Van Riet lernen wollte. Aber auch andere namhafte Dozierende wie Herr Prof. Rivinius waren für mich als Bewerberin ein Zeichen dafür, dass diese Hochschule ihren Studierenden eine gute Ausbildung zuteil werden lassen würde.

Das Besondere an der HfM Saar ist eindeutig ihre Familiarität: Durch die verhältnismäßig geringe Anzahl an Studierenden wächst eine sich gegenseitig befruchtende Gemeinschaft, die viele gemeinsame Aktivitäten fördert und ermöglicht. Die abendlichen Sessions der Kommilitonen aus der Jazzabteilung haben beispielsweise uns Klassikern immer wieder die nötige Gelassenheit beim Musizieren vor Augen geführt.

Auch der von Beginn an unmittelbare Kontakt zur Studierendenschaft hat mich dazu verleitet, gleich zu Anfang meines Studiums ein hochschulpolitisches Amt im AStA zu übernehmen (Sozialreferat). In den folgenden vier Semestern hatte ich dadurch engen Kontakt zu und Austausch mit meinen Kommilitonen, aber bekam auch Einblicke in die Verwaltung, mit der ich immer sehr gerne zusammen gearbeitet habe. So haben wir beispielsweise die halbjährig anstehenden Aufnahmeprüfungen gemeinsam organisiert und durchgeführt. Hierbei gab es kein Hierarchiegefälle, sondern ein kollegiales Arbeiten auf Augenhöhe, was ganz besonders auch an Herrn Norbert Georg lag.

Ich denke immer gerne an die kulturellen Möglichkeiten zurück: In welcher anderen Stadt kann man aus dem Übezimmer kommend, 5 Minuten zur Oper laufen, sich ein Theaterstück anschauen, ein Konzert der DRP hören – und das auch noch umsonst? Von keiner anderen Hochschule weiß ich, dass sie ihren Studierenden solch eine tolle Möglichkeit zur kulturellen Bildung offeriert.

Die Studienzeit an der HfM Saar hat meinen beruflichen Werdegang dahingehend positiv geprägt, dass ich aufgrund der beiden Studiengängen (Orchestermusik sowie Musikpädagogik), die ich parallel absolvieren konnte, mit einem sehr breiten Spektrum an Erfahrung und Wissen ausgestattet wurde. Auch der musikermedizinische Aspekt kam zur Geltung, sodass alle meine Interessensgebiete abgedeckt wurden und ich heutzutage aus diesen vielseitigen Themenkomplexen schöpfen kann.

Auch heute noch – 10 Jahre nachdem ich als aufgeregtes Erstsemester am Schwarzen Brett versucht hatte, meinen Stundenplan ausfindig zu machen – habe ich Kontakt zu meiner Professorin und auch einigen Kommilitonen: für diese daraus entstandenen, engen Freundschaften bin ich sehr dankbar!

Für die Zukunft wünsche ich der HfM Saar, dass sie sich ihre Besonderheit bewahrt. Sie erscheint mir inzwischen wie ein Kleinod innerhalb einer immer lauteren und hektischeren Welt. Als eine Stätte, an der man sich frei und ungezwungen künstlerisch entwickeln kann. Danke & alles Gute!

Zur Person


Myriam Ghani widmet sich der Querflöte und der Piccolo in all ihren musikalischen Ausdrucksformen vom Barock bis zur Gegenwart. Zunächst von Prof. Gaby Pas-Van Riet an der Hochschule für Musik Saar und schließlich im Master von Prof. Anne-Cathérine Heinzmann ausgebildet, schloss sie ihr Studium 2021 an der Folkwang Universität der Künste in Essen mit Bestnote und Auszeichnung ab. Im Laufe ihres Studiums gründete die junge Flötistin neben ihren Tätigkeiten als Solistin und in diversen Orchestern, darunter dem Sinfonieorchester Wuppertal und dem Brandenburgischen Staatsorchester, drei kammermusikalische Ensembles, mit denen sie deutschlandweit und international auftritt. Konzertreisen führten sie ins europäische Ausland sowie in die USA und auf Einladung der Deutschen Botschaft nach Saudi-Arabien. Die Stipendiatin des Deutschen Musikwettbewerbs, Trägerin des Rotary Club Bonn Musikpreises und weiterer nationaler und internationaler Auszeichnungen spielte darüber hinaus 2019 Uraufführungen der Werke der Bundespreisträger „Jugend komponiert“ für den HR ein und war 2018 mit dem Niedersächsischen Staatsorchester an einer Premierenaufzeichnung des NDR von Franz Schrekers „Die Gezeichneten“ beteiligt. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk fertigte darüber hinaus wiederholt Livemitschnitte ihrer Konzerte an. So strahlte beispielsweise der WDR 2022 die deutsche Erstaufführung von „Luzifers Tanz“ (Stockhausen) auf, bei der sie als Solistin mitwirkte.

Ihre eigenen solistischen und kammermusikalischen Konzertprogramme erschließen die Themen im Diskurs unterschiedlicher musikalischer – und zuweilen lyrischer – Stimmen. Myriam Ghani setzt ihr musikalisches Talent zudem im Bereich der Hospizarbeit ein, indem die Stipendiatin des Evangelischen Studienwerks Konzertreihen in Hospizen initiiert und organisiert.

www.myriamghani.de

Foto: © Marco Ganzmann