Souvenirs - Martin Tchiba

Absolvent*innen der HfM Saar erinnern sich

Beitrag von Martin Tchiba zur HfM-Serie souvenirs

Die Zeit an der Hochschule für Musik Saar war eine der wichtigsten in meiner künstlerischen Entwicklung. Die offene, freundliche und zugleich fordernde Atmosphäre an der Hochschule ermöglichte es mir, einerseits viele unterschiedliche Ansätze kennenzulernen und andererseits selbst viel zu experimentieren, mich auszutesten, meinen weiteren Weg zu finden. Ich war 2000 im jungen Alter von 18 Jahren an die HfM gekommen und gleich mit größter Intensität in das Hochschulleben eingetaucht, mit allen seinen Facetten: So konnte ich damals an unzähligen Projekten mitwirken – an klaviersolistischen, kammermusikalischen, avantgardistischen, kompositorischen – und hierbei für die professionelle Berufsausübung wertvollste Erfahrungen sammeln. Das freundschaftliche, herzliche Verhältnis zu Saarbrücken und dem Saarland ist bis heute geblieben, was mich sehr freut und sich auch in den vergangenen Jahren in unzähligen hier realisierten Projekten widerspiegelt. Natürlich verbinde ich mit der HfM-Zeit auch typische Erfahrungen, die man in Jugendjahren zu machen pflegt: ausgelassene Partys mit Kommiliton*innen, aber auch die persönliche „Sinnsuche“, ja, allgemein das „Erwachsenwerden“. 🙂 Auch dies sind „Marksteine“ für eine individuelle künstlerische und menschliche Entwicklung, und die inspirierend-behütete Umgebung der HfM war für mich ein geradezu idealer Ort dafür. So kann ich heute nur sagen: DANKE! Die Hochschule für Musik Saar ist für das Musik- und Kulturleben Saarbrückens, des Saarlandes und der Großregion ein pochendes Herz, zudem eines mit überregionaler und internationaler Ausstrahlung – wie oft habe ich bei internationalen Projekten andere Alumni*ae der HfM getroffen oder mit ihnen zusammengearbeitet!

In diesem Sinne wünsche ich der Hochschule und allen dort unterrichtenden oder studierenden Kolleg*innen in alter Verbundenheit viele-viele weitere Jahre in gewohnt kreativ-offener Atmosphäre und schicke zum Anlass des 75. Jubiläums ganz herzliche Grüße und Glückwünsche!

Zur Person


Der Pianist, Komponist und Medienkünstler Martin Tchiba (*1982 Budapest) konzertiert international an erstklassigen Adressen wie dem Concertgebouw Amsterdam, der Tokyo Opera City Recital Hall, dem Herbstfestival Budapest, dem Spoleto Festival u.v.a. Besondere Aufmerksamkeit erregten auch seine Social-Media-Konzerte „WIReless“ in der Tonhalle Düsseldorf und „Netzwellen“ beim SR. Seine Werke werden international aufgeführt; sein aktuellstes Projekt ist das vielbeachtete Album „klang collection (electroacoustic compositions)“.

Seine CDs wurden von der führenden internationalen Musikpresse mit vielen positiven Rezensionen bedacht (z.B. Diapason, BBC Music Magazine, Fono Forum, American Record Guide) und werden weltweit von Radiosendern ausgestrahlt. Seine Aufnahme der Brahms-Fantasie op. 116 Nr. 4 wurde bislang über 18 Millionen Mal bei „Spotify“ angehört und gehört somit zu den herausragend erfolgreichen Klassik-Titeln auf dieser Plattform. Tchiba machte viele Aufnahmen für Radio und TV, u.a. beim WDR, SWR, SR, BR, HR, Deutschlandradio sowie beim ungarischen und niederländischen Rundfunk. Das Berliner RBB Kulturradio, SR 2 KulturRadio und das Schweizer RTS Espace 2 strahlten ausführliche Porträt-Sendungen über ihn aus. Das niederländische Fernsehen machte wiederholt Aufnahmen in Amsterdam.

Nach früher pianistischer Ausbildung bei Karl-Heinz Kämmerling in Hannover und herausragenden Erfolgen in Jugendwettbewerben studierte Martin Tchiba Klavier bei Thomas Duis an der HfM Saar und bei Jean-Jacques Dünki an der Musikakademie Basel. Er lernte Komposition bei Michael Denhoff in Bonn und arbeitete regelmäßig mit Theo Brandmüller in Saarbrücken. Tchiba war Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung und des DAAD und erhielt das Förderstipendium der Landeshauptstadt Saarbrücken. 2018 wurde er mit dem Förderpreis für Musik der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet.

Tchiba leitete eine Reihe von Musikvermittlungsprojekten für junge Menschen.

www.tchiba.com

Foto: Sonja Schwolgin